{"id":12745,"date":"2019-09-29T07:02:40","date_gmt":"2019-09-29T07:02:40","guid":{"rendered":"https:\/\/tekkieuni.com\/?p=12745"},"modified":"2020-02-03T15:57:42","modified_gmt":"2020-02-03T15:57:42","slug":"girls-cant-code","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tekkieuni.com\/de\/blog\/girls-cant-code\/","title":{"rendered":"\u201aM\u00e4dchen k\u00f6nnen nicht programmieren\u2018"},"content":{"rendered":"<h2>\u00a0Wie Tekkie Uni zur Verringerung der Gender-Gap beitr\u00e4gt<\/h2>\n<p>M\u00e4dchen k\u00f6nnen nicht programmieren. Programmieren ist was f\u00fcr Jungs. M\u00e4dchen interessieren sich nicht f\u00fcr Informatik.<\/p>\n<p>Die oben stehenden Aussagen sind offensichtlich falsch. M\u00e4dchen k\u00f6nnen alles, was Jungen k\u00f6nnen, und Programmieren hat nichts mit dem Geschlecht zu tun.<\/p>\n<p>Es gibt allerdings eine Gender-Gap beim Programmieren; in den USA sind nur 24 Prozent aller IT-Stellen von Frauen besetzt, und die weltweiten Statistiken sind nicht besser \u2013 laut dem <a href=\"https:\/\/www.honeypot.io\/women-in-tech-2018\/\">Women in Tech Index<\/a> von Honeypot, bei dem die im Tech-Sektor Besch\u00e4ftigten in 41 verschiedenen L\u00e4nder verglichen werden, hat Bulgarien mit 30 Prozent den h\u00f6chsten Anteil der in diesem Sektor t\u00e4tigen Frauen.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich nimmt die Zahl der Frauen in IT-Berufen ab. Wenn der aktuelle Trend in der Branche anh\u00e4lt, gibt es <a href=\"https:\/\/arxiv.org\/abs\/1906.07883\">einer neuen Studie<\/a> zufolge in den n\u00e4chsten hundert Jahren keine Geschlechtergleichheit im Tech-Sektor.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-12361\" src=\"https:\/\/tekkieuni.com\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG5.jpg\" alt=\"\" width=\"799\" height=\"416\" srcset=\"https:\/\/tekkieuni.com\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG5.jpg 799w, https:\/\/tekkieuni.com\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG5-300x156.jpg 300w, https:\/\/tekkieuni.com\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG5-768x400.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 799px) 100vw, 799px\" \/><\/p>\n<h2><strong>Die Gender-Gap im Programmierunterricht<\/strong><\/h2>\n<p>Die Tech-Gender-Gap ist ein Trend, der auch im Bereich der App-Entwicklung sp\u00fcrbar ist. Letztes Jahr waren nur 19 Prozent der Kinder, die sich in den Kursen von Tekkie Uni anmeldeten, M\u00e4dchen. Diese M\u00e4dchen allerdings sind f\u00fcr gew\u00f6hnlich hoch motiviert, sagt Ivgi, p\u00e4dagogischer Leiter von Tekkie Uni.<\/p>\n<p><strong>\u00a0\u201eDie meisten M\u00e4dchen zeigen zu Beginn des Kurses mehr Begeisterung f\u00fcrs Programmieren, Gestalten, Kreieren und f\u00fcr das Leiten von Projekten und Gruppen\u201c<\/strong>, so Ivgi. <strong>\u201eWir sehen es in unseren Klassen. Wenn sich ein M\u00e4dchen anmeldet und dabei bleibt, ist sie f\u00fcr gew\u00f6hnlich die Beste in ihrer Gruppe.\u201c<\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-12746\" src=\"https:\/\/tekkieuni.com\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/DE_Graph_IMG1.jpg\" alt=\"\" width=\"799\" height=\"416\" srcset=\"https:\/\/tekkieuni.com\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/DE_Graph_IMG1.jpg 799w, https:\/\/tekkieuni.com\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/DE_Graph_IMG1-300x156.jpg 300w, https:\/\/tekkieuni.com\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/DE_Graph_IMG1-768x400.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 799px) 100vw, 799px\" \/><\/p>\n<p>Als Beispiel erz\u00e4hlt er von einem M\u00e4dchen, das sich bei Tekkie Uni anmeldete und drei Jahre lang verschiedene Kurse absolvierte. Am Ende ihres zweiten Jahres veranstaltete Tekkie Uni einen Hackathon. Die TeilnehmerInnen wurden in Teams aufgeteilt. Das \u00a0M\u00e4dchen, damals 12 oder 13 Jahre alt, wurde zur Leiterin eines Teams ernannt.<\/p>\n<p><strong>\u00a0\u201eZu sehen, wie sie diese Programmierergruppe leitete und volle Verantwortung f\u00fcr die Entwicklung eines Teils der App, an der sie arbeiteten, \u00fcbernahm, war irre\u201c<\/strong>, erinnert sich Ivgi.<\/p>\n<p>Das M\u00e4dchen ist heute 16 Jahre alt und Teil eines speziellen Programms f\u00fcr Jugendliche, die alt genug zum Arbeiten sind. Gemeinsam mit einer Gruppe von 6-8 anderen Sch\u00fclern, allesamt Jungen, arbeitet sie bei Tekkie Uni.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-12767\" src=\"https:\/\/tekkieuni.com\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/DE_IMG3.jpg\" alt=\"\" width=\"799\" height=\"416\" srcset=\"https:\/\/tekkieuni.com\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/DE_IMG3.jpg 799w, https:\/\/tekkieuni.com\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/DE_IMG3-300x156.jpg 300w, https:\/\/tekkieuni.com\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/DE_IMG3-768x400.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 799px) 100vw, 799px\" \/><\/p>\n<h2><strong>Mehr M\u00e4dchen f\u00fcr Programmierkurse begeistern<\/strong><\/h2>\n<p>Ivgi glaubt nicht, dass der Inhalt von Programmierkursen angepasst werden sollte, um mehr M\u00e4dchen anzusprechen. Der Gro\u00dfteil der Inhalte von Tekkie Uni ist bewusst geschlechterneutral und richtet sich an alle Kinder, egal, wo sie sie im Geschlechterspektrum verortet sind.<\/p>\n<p><strong>\u00a0\u201eWir m\u00fcssen nichts Besonders f\u00fcr sie tun\u201d<\/strong>, sagt er. <strong>\u201eIch muss keine geschlechtsspezifischen Inhalte erstellen, um M\u00e4dchen dazu zu bringen, sich anzumelden.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Die M\u00e4dchen, die sich in den Kursen von Tekkie Uni anmelden, tun dies aus allen m\u00f6glichen Gr\u00fcnden. Manche von ihnen m\u00f6gen Technik, manche gestalten gerne, manche sind einfach nur neugierig, wie Apps entwickelt werden. An den <a href=\"https:\/\/tekkieuni.com\/de\/courses\/youtube-creator\/\">YouTube-Creator-Kursen<\/a> nehmen mehr M\u00e4dchen teil; 33 Prozent der angemeldeten\u00a0 TeilnehmerInnen sind M\u00e4dchen, was Ivgi auf gesellschaftliche Trends zur\u00fcckf\u00fchrt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-12753\" src=\"https:\/\/tekkieuni.com\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/DE_Graph_IMG2.jpg\" alt=\"\" width=\"799\" height=\"416\" srcset=\"https:\/\/tekkieuni.com\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/DE_Graph_IMG2.jpg 799w, https:\/\/tekkieuni.com\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/DE_Graph_IMG2-300x156.jpg 300w, https:\/\/tekkieuni.com\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/DE_Graph_IMG2-768x400.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 799px) 100vw, 799px\" \/><\/p>\n<p>Andere f\u00fchlen sich wohler, an einem Online-Kurs teilzunehmen, anstatt sich in einen physischen Raum mit vielen Jungen zu begeben. Diese M\u00e4dchen bleiben tendenziell wegen der angenehmen Atmosph\u00e4re in den Tekkie-Uni-Kursen; die Kinder lassen die Webcam ausgeschaltet, tauschen sich per Sprachkommunikation und Chat aus und werden angeregt, sich gegenseitig zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Ivgi glaubt, dass M\u00e4dchen zur Teilnahme an Kursen ermutigt werden k\u00f6nnten, wenn eben diese kooperative Atmosph\u00e4re hervorgehoben wird. Er denkt, dass der gleiche Inhalt in anderem sozialen Gewand, etwa reine M\u00e4dchenkurse oder Mutter-Tochter-Programmierkurse, auf M\u00e4dchen attraktiver wirken k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Auch die Art, wie Kurse vermarktet werden, k\u00f6nnte hilfreich sein; Shauli Twito und Naomi Ben-David von Tekkie Unis Marketing-Abteilung versuchen regelm\u00e4\u00dfig, Bilder von M\u00e4dchen in Facebook-Anzeigen und Marketingkampagnen zu verwenden, damit M\u00e4dchen sich bildlich vorstellen k\u00f6nnen, <a href=\"https:\/\/tekkieuni.com\/de\/courses\/\">selbst an einem Programmierkurs teilzunehmen<\/a>. Manche Kampagnen richten sich zwar an M\u00e4dchen und zeigen anhand von Fakten die Bedeutung von Frauen und M\u00e4dchen im Tech-Bereich auf, aber viele richten sich an Kinder im Allgemeinen, sagt Twito.<\/p>\n<p><strong>\u201eWir versuchen, nicht speziell \u00fcber Jungen oder speziell \u00fcber M\u00e4dchen zu berichten, sondern \u00fcber Kinder im Allgemeinen\u201d<\/strong>, so Twito. <strong>\u201eDie meisten unserer Kampagnen sind f\u00fcr Jungen und M\u00e4dchen gleicherma\u00dfen gemacht, aber was die Bilder angeht, entscheiden wir uns manchmal f\u00fcr M\u00e4dchen anstatt Jungen.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Als Tekkie Uni mit dem Marketing startete, wurden bei vielen Kampagnen tats\u00e4chlich Bilder von Jungen verwendet, weil sich eher Jungen in den Kursen anmeldeten. Die Verwendung von Bildern, die M\u00e4dchen zeigen, war eine bewusste Entscheidung mit dem Ziel, die Gender-Gap im MINT-Bereich zu verringern.<\/p>\n<p>\u201eEs ist ein Konzept, das wir versuchen, voranzubringen. Wenn nicht schon mit den tats\u00e4chlichen Worten unserer Inhalte \u2013nicht jede Kampagne dreht sich wortw\u00f6rtlich um M\u00e4dchen im Bereich Programmieren \u2013 dann mit den Bildern, die wir zeigen, und mit der Tatsache, dass wir im Englischen versuchen, \u201aKinder\u2018 zu sagen und so geschlechtsneutral wie m\u00f6glich zu sein\u201c, sagt Ben-David.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-12760\" src=\"https:\/\/tekkieuni.com\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/DE_Graph_IMG3.jpg\" alt=\"\" width=\"799\" height=\"416\" srcset=\"https:\/\/tekkieuni.com\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/DE_Graph_IMG3.jpg 799w, https:\/\/tekkieuni.com\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/DE_Graph_IMG3-300x156.jpg 300w, https:\/\/tekkieuni.com\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/DE_Graph_IMG3-768x400.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 799px) 100vw, 799px\" \/><\/p>\n<p>F\u00fcr ein globales Unternehmen wie Tekkie Uni, das mehrsprachig ausgerichtet ist, stellt eine genderneutrale Sprache manchmal eine Herausforderung dar, da manche Sprachen geschlechtsspezifische Substantive verwenden. Twito und Ben-David umgehen dies durch die Verwendung von Pluralformen, wann immer es m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>F\u00fcr Twito und Ben-David ist diese geschlechtsneutrale Sprache ein Weg, um das Bewusstsein f\u00fcr und die Sichtbarkeit von M\u00e4dchen im MINT-Bereich zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p><strong>\u00a0\u201eWir denken langfristig. Ich glaube nicht, dass wir gro\u00dfe Ergebnisse oder einen hohen Zustrom von M\u00e4dchen erleben werden\u201c<\/strong>, so Ben-David. <strong>\u201eEs sind die subtilen und kleinen Botschaften, die wir immer und immer wieder ausstrahlen, um in den K\u00f6pfen der Menschen ein anderes Bild zu erzeugen.\u201c<\/strong><\/p>\n<h2><strong>M\u00e4dchen programmieren tats\u00e4chlich gerne<\/strong><\/h2>\n<p>Die Wahrheit ist, dass Programmieren kein Geschlecht kennt. Kinder aus dem gesamten Geschlechterspektrum sind von Informatik begeistert. Das belegt auch die Forschung: Studien haben gezeigt, dass die j\u00fcngsten M\u00e4dchen tendenziell das gr\u00f6\u00dfte Interesse an Informatik haben.<\/p>\n<p>Laut \u00a0<a href=\"https:\/\/techcrunch.com\/2016\/05\/10\/the-lack-of-women-in-tech-is-more-than-a-pipeline-problem\/\">TechCrunch<\/a> zeigen 74 Prozent junger M\u00e4dchen Interesse an den MINT-F\u00e4chern und Informatik. Doch bis zum Studentenalter l\u00e4sst dieses Interesse nach; nur 18 Prozent der Hochschulabschl\u00fcsse in Informatik werden von Frauen erzielt. Laut der amerikanischen Bildungs-NGO <a href=\"https:\/\/girlswhocode.com\/about-us\/\">Girls Who Code<\/a>, sind M\u00e4dchen in jungen Jahren an Programmieren und Informatik interessiert, doch im Alter zwischen 13 und 17 geht dieses Interesse stark zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Die Herausforderung besteht darin, diese M\u00e4dchen abzuholen und sie zu einem Zeitpunkt an das Programmieren heranzuf\u00fchren, wenn sie am meisten Interesse f\u00fcr Technologie zeigen, und sie im Teenager-Alter bei der Stange zu halten. Dann besteht die Chance, die Technologie-Gender-Gap fr\u00fcher abzubauen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-12354\" src=\"https:\/\/tekkieuni.com\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG4.jpg\" alt=\"\" width=\"799\" height=\"416\" srcset=\"https:\/\/tekkieuni.com\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG4.jpg 799w, https:\/\/tekkieuni.com\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG4-300x156.jpg 300w, https:\/\/tekkieuni.com\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG4-768x400.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 799px) 100vw, 799px\" \/><\/p>\n<p>F\u00fcr Ivgi ist Programmieren eine Form der Kreativit\u00e4t, die am besten alle Kinder einmal ausprobieren sollten, unabh\u00e4ngig vom Geschlecht.<\/p>\n<p><strong>\u00a0\u201eIch sehe Programmieren als das Nebenprodukt unseres Tuns\u201c<\/strong>, sagt Ivgi. <strong>\u201eEs hat den eigentlichen Zweck, Kinder dabei zu unterst\u00fctzen, Merkmale von Technologie-F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten auszubilden: die F\u00e4higkeit, zu erfinden, und die F\u00e4higkeit, etwas Neues zu erschaffen.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Er liebt es, zu sehen, wie stolz Sch\u00fclerInnen auf ihre Werke sind, und welche Kraft sie entfalten, wenn sie ihren Freunden und Familien eine App zeigen k\u00f6nnen, die sie entwickelt und auf ihrem Smartphone installiert haben. M\u00e4dchen und Jungen zeigen die gleiche Kreativit\u00e4t und die gleiche Begeisterung, wenn sie ihre Werke pr\u00e4sentieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>\u201eIch sehe in den Ergebnissen keine wesentlichen geschlechtsspezifischen Unterschiede\u201c<\/strong>, sagt er.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0Wie Tekkie Uni zur Verringerung der Gender-Gap beitr\u00e4gt M\u00e4dchen k\u00f6nnen nicht programmieren. Programmieren ist was f\u00fcr Jungs. M\u00e4dchen interessieren sich nicht f\u00fcr Informatik. Die oben stehenden Aussagen sind offensichtlich falsch. M\u00e4dchen k\u00f6nnen alles, was Jungen k\u00f6nnen, und Programmieren hat nichts mit dem Geschlecht zu tun. 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